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Ethikunterricht - Ein Kurzbericht
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Ethikunterricht - Ein Kurzbericht
Ab der Oberstufe, das heißt ab der 5. Klasse, die ich heuer besuche, gibt es an unserer Schule die Möglichkeit als Alternative zum konfessionellen Religionsunterricht den sogenannten Ethikunterricht zu besuchen. Auch ich nehme seit Anfang dieses Schuljahres daran teil. Dieser Bericht soll einerseits kurz über den Ethikunterricht informieren und andererseits auch meine ganz subjektiven Erfahrungen mit diesem alternativen Unterricht zeigen.
Wie schon erwähnt dient das reguläre und benotete Fach "Ethik" als Pflichtalternative zum jeweiligen konfessionellen Religionsunterricht, den man ansonsten besuchen müsste. Mit anderen Worten: Wer sich in der Oberstufe von Religion abmeldet, muss den Ethikunterricht besuchen. Auch konfessionslose Schüler müssen ihn standardmäßig besuchen, anstatt Freistunden zu haben. Dies finde ich recht sinnvoll, da ansonsten die Schüler sich wohl fast immer für keinen Unterricht, d.h. zwei Freistunden entscheiden würden, sodass wohl Ethik erst gar nicht stattfinden könnte.
Der wichtigste Unterschied zum normalen Religionsunterricht ist, dass es keine Rolle spielt, welcher Konfession man angehört oder ob man konfessionslos ist. Auch unser Ethikprofessor ist konfessionslos. So soll die bestmögliche Objektivität zu den verschiedenen Religionen sichergestellt werden. (Ein Moslem z.B. wird kaum objektiv über seine Religion berichten können, ein Christ ebenso nicht.)
Der Unterricht selbst findet in einem eigenen Raum am runden Tisch statt. Auch der Lehrer sitzt mit den Schülern zusammen, anstatt z.B. an der Tafel zu stehen. Dabei werden die verschiedensten Themen diskutiert: Entstehung und Zweck von Religionen, Missbrauch dieser, gesellschaftliche Probleme, verschiedene Wertesysteme und Normen usw. Als oberstes Prinzip gilt, das jeder seine Meinung äußern darf und soll und dass jede Meinung zu akzeptieren ist. Auch eine Meinung, die auf den ersten Eindruck absurd oder dumm erscheint sollte diskutiert werden. So kann es auch durchaus vorkommen, dass Schüler untereinander diskutieren, ganz ohne den Lehrer.
Mein persönlicher Eindruck...
...vom Ethik-Unterricht ist ein wirklich exzellenter. Ich kann mir kaum noch vorstellen, wieder den Religionsunterricht besuchen zu müssen, was volle 8 Jahre (4 Jahre Volksschule + ebensoviele in der AHS-Unterstufe) der Fall war. Ich bin überzeugter Atheist und konnte speziell ab der AHS mit dem Religionsunterricht nie viel anfangen, mochte ihn auch nicht besonders und fand ihn langweilig. Sehr bedauernswert finde ich die Tatsache, dass der Besuch des Ethikunterrichts erst ab der Oberstufe möglich ist, und das zumindest in Österreich nur an wenigen Schulen. Hinzu kommt, dass unsere Schule mit einem so gut wie möglich weltanschaulich neutralem Lehrer eher die Ausnahme darstellt: An anderen Schulen, die Ethik anbieten, übernimmt den Unterricht oft ein Religionslehrer!
Es ist mehr als fragwürdig, ob ein solcher wirklich objektiv sein kann... Meiner Meinung nach sollte der bisher übliche Religionsunterricht an öffentlichen Schulen ohnehin nichts zu suchen haben. Religion sollte Sache des Einzelnen sein, zudem widerspricht der Religionsunterricht dem Prinzip der Trennung von Staat und Kirche. Außerdem: Jedes andere Fach muss Fakten lehren, lediglich in Religion werden vor allem unbestätigte Glaubenswahrheiten gelehrt, womit sich der Unterricht fundamental von allen anderen Fächern unterscheidet.
Es mag sein, dass man mit Kindern in der Volkschule oder am Anfang der AHS bzw. Hauptschule nicht Diskussionen in dieser Art führen kann, wie sie im Ethikunterricht stattfinden. Der Unterricht müsste eben anders gestaltet werden, unmöglich ist das sicher nicht, sinnvoll aber sehr.
Mehr Informationen zu diesem Thema gibt es auch auf der Homepage des
BG/BRG Knittelfeld. Die Inhalte sind noch recht konfus und veraltet, es ist aber geplant, dass noch in diesem Schuljahr ich und meine Kollegen aus der Ethik-Gruppe eine neue Homepage zum Thema erstellen, in anprechenderem Design und mit aktuelleren Inhalten.
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