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Offener Brief an Bildungsministerin Gehrer
Dieses Schreiben an die österreichische Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) wurde von mir als Protest gegen die derzeit stattfindenden Stundenkürzungen sowie die sonstigen "Leistungen" der Ministerin verfasst. Zugestellt per eMail und Post ist es auch als offener Brief deklariert und kann daher hier nachgelesen werden. Achtung: Das Ganze ist ironisch aufzufassen!
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Von:
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Christian Leitold, christianleitold@yahoo.de
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Datum:
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Freitag, 20. Juni 2003
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An:
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Elisabeth Gehrer, elisabeth.gehrer@bmbwk.gv.at
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Betreff:
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Gratulation zu Ihren großartigen Leistungen
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Werte Frau Ministerin Gehrer!
Zu Beginn weise ich Sie darauf hin, dass dieses Schreiben Ihnen per Post und eMail zugestellt wird und als offener Brief deklariert ist. Es kann auch im Internet unter der Adresse http://christian.leitold.info/inhalt/gehrer.shtml von jeder Person nachgelesen werden.
Hiermit möchte ich Ihnen recht herzlich zu Ihrer tollen Unterrichtspolitik gratulieren! Sie machen alles genau so, wie es am besten für uns Schüler ist. Ich bin beeindruckt von Ihrer wahrlich phänomenal fortschrittlichen Politik. Daher freue ich mich auch ganz besonders über
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Die Tatsache dass die für ein "Heimatgefühl" wichtigen Religionsstunden nicht von der Kürzung betroffen sind. Und außerdem kann ja das Konkordat mit dem Vatikan, geschlossen zur Zeit einer autoritären, antidemokratischen, christlichsozialen Regierung im Jahr 1933, gut als Ausrede verwendet werden, obwohl auch darin die Anzahl der Religionsstunden in Wahrheit gar nicht festgelegt ist.
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Die großartige Kürzung der Wahlpflichtfächer in der AHS-Oberstufe, weil die jeder nach seinen persönlichen Interessen auswählen kann, an Schulen aber Zucht und Ordnung herrschen muss und so etwas wie Individualität oder freie Wahlmöglichkeiten keine Existenzberechtigung haben.
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Die Kürzung der Geografiestunden auf nur noch eine Wochenstunde in manchen Klassen bzw. Schulformen, weil Geografie, das ja auch Wirtschaftskunde enthält, ein völlig unwesentliches Fach ist, welches man sicher nie brauchen wird.
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Ihre ständige Betonung, dass Österreich so ein gutes Bildungssystem hat und in der PISA-Studie das beste der deutschsprachigen Länder ist, schließlich gibt es so viele von denen. Gewiss können wir uns dank Ihrer Bemühungen in diesem Vergleich sogar noch verbessern!
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Ihre Aufforderung, dass Lehrer mehr lachen und dafür nicht streiken sollen, der auch zahlreiche entsprechend gefärbte Schulen nachgekommen sind. Und anderem etliche Volkschulen sowie konfessionelle Privatschulen. Außerdem ist es ja geradezu lächerlich, wenn die streikenden, Sie nicht unterstützenden Lehrer behaupten, dass Sie unser Bildungssystem schädigen. Völliger Schwachsinn, nicht wahr?
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Die geplante Kürzung der Ferien. Mir persönlich ist diese Aktion aber zu wenig tiefgreifend! Warum nicht gleich die Sommerferien ganz abschaffen? Dann würden die Schüler wenigstens auf das Berufsleben vorbereitet!
Ich hoffe, Sie haben verstanden, worauf ich hinauswill: Sie betreiben eine immens progressive Schulpolitik wie sie sich jedes Land nur wünschen kann! Bestimmt werden Sie auch in der nächsten Legislaturperiode Ihre Qualitäten wieder unter Beweis stellen können. Jetzt will ich aber zu einem Ende kommen, da ich nicht riskieren will, dass mein Brief wegen Überlänge nicht fertig gelesen wird - Sie sind ja viel zu beschäftigt. Daher zeichne ich
Hochachtungsvoll
Christian Leitold
PS: Ich erwarte nicht, dass Sie mir antworten. Doch Sie sollen diesen ironischen Brief als ein weiteres Zeichen des Protests zur Kenntnis nehmen!
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