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Kommentar zum Irak-Konflikt

Meinung > Kommentar zum Irak-Konflikt

19. März 2003

Heute, das heißt zum Zeitpunkt an dem ich das schreibe, ist der 19. März 2003. In der Nacht auf den folgenden Tag wird das Ultimatum, dass die Regierung Bush Saddam Hussein und seinen Söhnen gestellt hat, auslaufen. Saddam wird kaum weichen, Krieg ist also nur eine Frage der Zeit. Schon morgen zur selben Stunde könnten die Kampfhandlungen toben.

Dabei fragt sich die ganze Welt: Warum? Warum nur dieser sinnlose Krieg? Nun gut, Saddam Hussein ist ein brutaler Diktator, den man sicher nicht unterstützen kann. Andererseits - mal abgesehen von seiner eigenen Bevölklerung, die zu leiden hat, tut er niemandem etwas zu Leide. Klar - er sitzt dort im Irak - aber das wars dann schon mehr oder weniger. Die Versuche, ihm den Besitz von Massenvernichtungswaffen nachzuweisen, sind ja bekanntlich gescheitert - da helfen auch plumpe US-Tricks (Stichwort "Uran-Ankauf") nicht. Bush, der wohl dümmste Präsident der zur Auswahl stand, und der nichtmal die Mehrheit der Stimmen hat, ist aber dennoch fest zum Krieg entschlossen. Um Noel Gallagher, Sänger der Gruppe Oasis, zu zitieren: "Immer wenn ein rechter, Bibel schwingender Schwachkopf im Weißen Haus regiert, gibt es Krieg". Umso unverständlicher, dass ihn Staaten wie Großbrittanien bzw. dessen Premier Blair noch unterstützen.

Auf der anderen Seite sind quer durch alle Bevölkerungschichten zumindest hier in Europa sowie den meisten anderen Teilen der Welt (mit Ausnahme der USA) die Menschen, das heißt die breite Bevölkerung, mehrheitlich gegen den Krieg. Und das auch und gerade in jenen Staaten, deren politische Führung Bush unterstützt. Mit wenigen Ausnahmen (z.B. der CDU in Deutschland) lehnen zumindest in unserer Region auch fast alle Parteien den Krieg grundsätzlich ab. Egal mit wem man auch spricht - egal welche politische Einstellung diese Personen sonst haben - hier ist man sich einig, einig auch mit der UNO. Das sind selbst kirchliche Würdenträger und Vertreter freidenkerischer Organisationen mal im Wesentlichen einer Meinung. Doch was schert das Bush? Leider überhaupt nicht...

Eins ist klar: Der Krieg kommt sicher, und da können wir wohl wenig dagegen ausrichten. Bestenfalls ist es noch möglich, durch das Besuchen von Antikriegsdemos oder dem Veröffentlichen von Artikeln wie diesem hier unserem Ärger und Unverständnis ein wenig Luft zu machen.

Möge dieser Kommentar eine Mahnung sein, eine Momentaufnahme aus einer Zeit, als der Krieg unmittelbar bevorstand. Ich werde vielleicht später noch einmal auf diesen Text zurückkommen, dann, wenn es schon passiert ist.

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